Chronik

 

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach bis 1975


Seit etwa 150 Jahren gibt es in Deutschland organisierte, ausgebildete Brandschutzleute auf freiwilliger Basis.
Eingeweihte streiten noch immer darüber, in welcher Gemeinde die erste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands gegründet wurde, ob in der sächsischen Porzellanstadt Meißen oder im badischen Durlach.

Zur Entstehungsgeschichte der neuzeitlichen deutschen Feuerwehr trugen im Wesentlichen die ehemaligen Bürgerwehren und die Turnerschaften bei. Aber auch der technische Fortschritt und das Umdenken zur Demokratie in der Zeit des Vormärz (1830-1848) trugen dazu bei, dass sich in der Gesellschaft der Wille zu immer mehr Mitverantwortung entwickelte. 
In den meisten Gemeinden dauerte es doch noch einige Zeit, bis ähnlich gut funktionierende Truppen zum Schutz der Bürger aufgebaut wurden. Schon seit früher Zeit wurde der Feuerschutz zu einer öffentlichen Aufgabe. Im Zuge der Selbstverwaltung von Gemeinden wurde u.a. auch das Feuerlöschwesen geregelt.

So legte z. B. die Buger Gemeindeordnung fest: "Damit aber wegen Gott für seiender Feuersgefahr Fürsehung geschieht, so soll jeder fremd Einziehender zwei Feuereimer und zwar einen in natura, den anderen aber mit zwei Reichstaler in die Gemeind anschaffen und bezahlen. Ein Einheimischer aber, der sich verheiraten tut, solle dahin gehalten werden, dass derselbe nur einen tauglichen Feuereimer in natura anschaffen tue."

Zu dieser Zeit bekämpfte man Brände mit den althergebrachten Mitteln. Von einer Feuerleiter aus, goss der Steiger, den Inhalt der heraufgereichten Feuereimer ins Feuer. Die Feuereimer waren meistens aus Leder. Nach Entleerung warf sie der Steiger auf den Boden. Als weitere Hilfsmittel standen Feuerhaken zur Verfügung, um brennende Balken oder gefährliche Mauern zu beseitigen oder einzureißen. Auch ein Feuerwehrbeil, ähnlich, wie es heute noch im Gebrauch ist, kam zum Einsatz.

Der vorbeugende Brandschutz beschränkte sich damals darauf, ein- oder mehrere Übungen abzuhalten und die Feuerlöschordnung zu verkündigen.
Diese bestimmte die Tätigkeit der einzelnen Ortsbewohner bei Bränden, z. B. als Steiger oder Rettungsmann usw. Seit 1786 gab es im damaligen Fürstbistum Bamberg eine Brandversicherung, in die jeder Hausbesitzer einzuzahlen hatte. Nach der Säkularisation von 1803 übernahm das Königreich Bayern u.a. auch die Organisation des Feuerlöschwesens.
Im Jahr 1869 wurde eine Anordnung über die Gründung, die Ausstattung und die Organisation freiwilliger Feuerwehren erlassen. In unmittelbarer Folge, wurden nun in den meisten Gemeinden Freiwillige Feuerwehren gegründet.

Wir in Stegaurach können stolz sein, bereits seit 1875 über eine leistungsfähige Freiwillige Feuerwehr zu verfügen. Vor allem war es wohl die verhältnismäßig hohe Zahl der einheimischen Brauereien und Ziegeleien, von denen naturgemäß eine große Brandgefahr ausging. Ein genaues Datum der Gründungsversammlung können wir leider nicht vorweisen. Die erste verlässige Quelle existiert in Form eines amtlichen Verzeichnisses der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach vom 20.07.1884.

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Dort findet man als frühesten Zeitpunkt im Mitgliederverzeichnis die Eintrittsdaten vom 11.April 1876 und 12.April 1876. So ist anzunehmen, dass zu diesem Datum oder im Herbst 1875, die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach gegründet wurde. 

Mit dem Eintrittsdatum von 1876 tauchten schon Familiennamen wie u. a. Denzler, Mackert, Hungenberger, Arneth, Stäblein usw. auf, die im Laufe der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach lange Zeit tragende Funktionen innehatten. 

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Im Mitgliederverzeichnis vom 20.07.1889 findet man Georg Zech, Bauführer, als Hauptmann der Feuerwehr Stegaurach. Aufgelistet werden insgesamt 92 Mitglieder mit den Diensträngen wie z.B. Adjutant, Fahnenjunker, Steiger, Obersteiger, Spritzenmeister, Schlauchzugführer und Rottenführer. Als Funktionseinheiten gab es die Rettungsmannschaft, Druckmannschaft oder Wassermannschaft.

Namentlich aufgeführt sind dort Michael Drescher (1. Rottenführer der Rettungsmannschaft), Krug Albert (Brauereibesitzer), Röckelein Friedrich (Bürgermeister), Mark Georg, Wagner Franz (Meister), Wurm Andreas (Ökonom), Röcklein Andreas (Zimmermann), Heßdorfer Georg (Zimmermann), Windfelder Andreas (Brauereibesitzer), Kratz Georg (Schreiner), Bieger Franz (Dampfziegeleibesitzer), Hungenberger Peter (Ökonom) und Denzler Georg (Straßenwärter).

Doch die weitaus meisten Feuerwehrleute stammten damals aus Bauberufen wie Maurer und Zimmermann oder sie arbeiteten als Ziegler in einer der damaligen Stegauracher Ziegeleien. Anhand des Mitgliederverzeichnisses von 1889 können auch gut Rückschlüsse auf die damalige Sozialstruktur der Gemeinde gezogen werden, denn es kann davon ausgegangen werden, dass von den damals ca. 500 Einwohnern aus jedem Haus oder Hof ein Feuerwehrmann kam. Die relativ hohe Anzahl von Feuerwehrleuten war auch schon deshalb notwendig, da es in Stegaurach zum damaligen Zeitpunkt mehrere Ziegeleien, zwei Brauereien und eine Vielzahl von Bauernhöfen gab. Auch stand elektrische Energie größtenteils noch nicht zur Verfügung. Man musste demnach noch viel mit offenem Feuer arbeiten. 

Die Tatsache, dass bereits im Mitgliederverzeichnis von 1889 schon mehrere Schlauchführer ausgewiesen sind, lässt darauf schließen, dass Stegaurach bereits zu dieser Zeit, eine für die damalige Zeit moderne Feuerspritze besaß. Aus der Überlieferung ist bekannt, dass Stegaurach eine der ersten Gemeinden aus dem weiten Umkreis war, die eine der damals modernsten Motorspritzen anschaffte.

Ihren höchsten Mitgliederstand erreichte die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach im Jahre 1902 mit 176 Mitgliedern. Hier tauchten auch heute noch bekannte Namen innerhalb der Feuerwehr wie Montag, Mackert, Zech, Windfelder, Hertenberger, Kratz, Arneth, Hungenberger, Übel, Röckelein, Steblein, Stöcklein, Nöth, Göller, Denzler, Eichhorn, usw. auf.

Dass auch die Gemeinde immer voll hinter ihrer Feuerwehr stand ist u.a. dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 31.Mai 1909 zu entnehmen, wo es heißt: "Es wurde einstimmig beschlossen: Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach sind wenn möglich für sämtliche Mannschaften neue Uniformen anzuschaffen, was einen Kostenaufwand von 800 Mark ausmacht, da 50 Feuerwehrblusen a 15 Mark notwendig sind. Der Betrag hierzu ist mit Zustimmung der Gemeinderatsversammlung vorzunehmen“. Ebenso wurde in der Gemeinderatssitzung vom 12. Juni 1910 verfahren: "Es wird beschlossen, für die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach 60 Uniformen a 15 Mark anzuschaffen, sodass die Freiwillige Feuerwehr vorschriftsmäßig ausgerüstet ist".

Natürlich versuchte man auch damals schon, sich Geld von höherer Stelle zu beschaffen. So wurde am 19. August 1911 wiederum einstimmig beschlossen: "Gesuche um Unterstützung und Distriktmittel für die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach und Debring einzureichen". Leider hinterließ der 1. Weltkrieg auch große Lücken bei der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach. Um die Mitgliederverluste auszugleichen, heißt es in der am 24. Februar 1924 gehaltenen Gemeinderatsitzung "... die Forderungen der Feuerwehr wurden genehmigt und der in dem Gesuch der Feuerwehr vom 17.02. gestellter Antrag auf Zuführung von Männern, die der Feuerwehr noch nicht angehören, (ist) stattzugeben". So zählte man dann 1926 bereits wieder 121 Mitglieder. Im Jahre 1926 ereignete sich dann auch die bis dahin größte Brandkatastrophe in der Gemeinde Stegaurach. An Weihnachten 1926 fiel der östliche Flügel des Böttinger-Hofes mit 3 Wohnhäusern, 3 Scheunen, Werkstatt sowie Stallungen und Schlachthaus dem Feuer zum Opfer. Den Gesamtschaden schätzte man damals auf die gewaltige Summe von 80.000 Mark. Erinnert sei hier auch an die Brände von 1855 in der Gastwirtschaft Windfelder; 1879 und 1880 brannten die Scheunen vom Anwesen Röckelein und Luft (heute Hertenberger), 1883 brannte es in der Brauerei Krug.

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Die große Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für die gesamte Gemeinde zeigt das Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 26.06.1929. Trotz Inflation und der nahenden Weltwirtschaftskrise vom 25. Oktober 1929 beschließt der Gemeinderat den Ankauf einer Motorspritze im Wert von 500 Mark. Dass der Gemeinderat auch für das leibliche Wohl seiner Feuerwehr sorgt zeigt das Protokoll vom 07.08.1932, wo es heißt: „... bei der Feuerinspektion soll ein jeder Wehrmann 1 Liter Bier erhalten“.

Die Mitgliederzahl sank bis 1931 auf 76 Männer im Feuerwehrdienst. 

Der Machtantritt der Nationalsozialisten führte zum "Preußischen Feuerlöschgesetz" vom 15. Dezember 1933 in Verbindung mit dem „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches" vom 30. Januar 1934. Damit galten ausschließlich nur noch die preußischen Feuerwehrgesetze für das gesamte Reich. Die Feuerwehren wurden in die Polizeistrukturen eingebunden, in die sogenannte Feuerlöschpolizei. Es begann die staatliche Bevormundung der Wehren.

Folgerichtig war nur die erzwungene Auflösung des Deutschen Feuerwehrverbandes am 10.07.1938. 

Im Kriegsjahr 1940 zählte man nur noch 55 Mitglieder. Viele mussten Kriegsdienst leisten.

Es wird überliefert, dass während des 2. Weltkrieges sogar zeitweise eine Frau das Kommando der Feuerwehr übernehmen musste, da der Krieg die Mitgliederzahl weiter sinken ließ. Wie schwer die Aufrechterhaltung des Feuerschutzes zu gewährleisten war, zeigt ein Artikel im Bamberger Tagblatt vom 17.Juni 1938. Gemeldet wird, dass die Stegauracher Schuljugend auf die kommenden Kriegsereignisse vorbereitet wurde. Unter der Leitung des Reichsluftschutzbundes wurde eine Art Feuerwehrübung abgehalten, wobei die Bedienung der Kübelspritze besonderen Spaß bei den Schülern machte.

Bald nach Kriegsende befasste man sich schon wieder mit der Aufstellung einer Freiwilligen Feuerwehr in Stegaurach. Im Protokoll des Gemeinderats vom 27.10.1945 ging es im Punkt 3 um die Zusammensetzung der Freiwilligen Feuerwehr. Im Dezember wollte man auch jüngere Kräfte heranziehen und die Altersgrenzen auf 18 bis 40 Jahren festsetzen. Dass der Aufbau einer freiwilligen Feuerwehr nicht ganz leicht zu bewerkstelligen war, kann man der Gemeinderatssitzung vom 26.Juni 1948 entnehmen: "In Debring wird jedem von 18-35 Jahre alten männlichen Einwohner durch Zustellung mitgeteilt, dass er bei Feuerwehrübungen zu erscheinen hat, um zu vermeiden, dass er der Pflichtfeuerwehr zugeteilt wird". 1950 wurde die alte unbrauchbare Feuerwehrspritze verkauft und eine neue Motorspritze mit sämtlichen Zubehör zum Preis von 1.250 Mark gekauft. 1960 kaufte man einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA).

Im Jahre 1958 zählte die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach 37 Mitglieder. Den absoluten Mitgliedertiefstand erlitt die Wehr zwischen 1964 und 1968 mit gerade noch 27 Mitgliedern. In der Folge ging es langsam aber stetig bergauf. Endlich war es dann auch soweit. 1969 erwarb die Gemeinde über die Feuerwehrschule Würzburg vom Bundesgrenzschutz ein Fahrzeug der Marke Hanomag für 470 DM. Doch musste es noch für Feuerwehrzwecke entsprechend umgerüstet werden. 

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Motiviert hat im Jahre 1971 sicher die Ankündigung des damaligen 1.Vorstandes Hans Hertenberger (bis zu seinem Tod Ehrenvorsitzender der FFW Stegaurach, langjähriger Gemeinde- und Kreisrat), „dass jeder der ausrückt, 1 Ltr. Bier erhält.“

Die bisher einzige Vereinsfahne wurde 1972 für 1.500 DM bestellt. Die Anschaffungskosten wurden, als Anerkennung für die gesamten Leistungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten, von der Gemeinde Stegaurach übernommen.

Amüsant ist eine Bemerkung im Protokoll der Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr vom 14.03.1973, wo Vorbereitungen für die Tausendjahrfeier der Gemeinde Stegaurach besprochen wurden. Dort hieß es: "1. Vorstand Hans Hertenberger und Peter Koch (Kassier) übernehmen das Besorgen der Mädchen". Es handelte sich hier um die 12 Ehrendamen (in Vorbereitung auf die Festtage der 100-Jahr-Feier der FFW Stegaurach am 13.07.1975).  

Der Jahresbeitrag betrug 1973 nur 1 DM. Allerdings wurde dieser 1974 auf 2 DM angehoben.

Bis 1973 gab es bei der Feuerwehr noch einen Hornisten, der durchs Dorf lief oder fuhr und neben der Alarmierung durch die Kirchenglocken seinen wichtigen Dienst ausführte. Als letzter Hornist fungierte hier Peter Koch. 

In gleichen Jahr wurde in Stegaurach das 1000-jährige Bestehen gefeiert. Während dieser Festwochen fand unsere Fahnenweihe statt. Zu diesem Anlass hat die Feuerwehr Oberköst die Patenschaft für uns übernommen. Wir freuen uns, weiterhin ein besonders enges Verhältnis mit der Feuerwehr Oberköst zu pflegen.

Am 06.04.1974 wurde Georg Denzler zum Ehrenkommandanten ernannt.

 


Die Geschichte der Feuerwehr Stegaurach seit 1975

 

Vom 11.07.-13.07.1975 feierte die Feuerwehr Stegaurach ihr 100jähriges Gründungsfest. Schirmherr war der damalige Landrat Otto Neukum. Am Freitagabend spielte die Band „Sound City Group“ im Festzelt am Alten Festplatz in der Debringer Straße. Am Samstag war Abends Festkommers mit Ehrungen. Der Sonntag startetet um 6 Uhr mit dem Weckruf durch die Maintaler Blaskapelle und endete am Abend mit dem Auftritt der „Bamberger Zwiebeltreter“. Mit dem Festgottesdienst, Frühschoppen, Festumzug und verschiedenen musikalischen Unterhaltungen wurde am Sonntag den zahlreichen Besuchern Einiges geboten.

Im selben Jahr wurde auch eine Jugendgruppe gegründet.

1976 wurde als Ersatzbeschaffung für den Hanomag ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) erworben. Voller Begeisterung rief der damalige Kommandant Georg Denzler aus: "Nun fahren wir mit Blaulicht und Martinshorn durchs schöne Aurachtal".

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Die Feuerwehr Walsdorf feierte 1976 ihren 100. Geburtstag. Zu diesem Jubiläum haben wir die Patenschaft für die FFW Walsdorf bis heute übernommen. Wir freuen uns, weiterhin ein besonders enges Verhältnis mit der Feuerwehr Walsdorf zu pflegen.

Obwohl sich die Ausbildungsmöglichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr schon 1985 durch die Bereitstellung eines Unterrichtsraumes in der Volksschule Altenburgblick erheblich verbesserten, strebte man doch weiterhin bessere Voraussetzungen für die Feuerwehr an. 

Am 20.Oktober 1991 wurde das „mit dem aktuellen Stand der damaligen Technik“ neu erbaute Feuerwehrhaus mit ca 500 qm Nutzfläche im Zusammenhang mit dem Gemeindebauhof bezogen. Es handelt hier sich um ein Gerätehaus mit vier Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge, Unterrichtsraum und Schlauchtrocknungsanlage, WC- und Duschräume, Nebenräume und einer Werkstatt.

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Im Frühjahr 1992 wurde das Atemschutzzentrum Strullendorf eingeweiht. Die Feuerwehr Stegaurach war die 1. Feuerwehr mit 16 Feuerwehrmännern, die die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger im ASZ absolviert haben.

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Da die Feuerwehr schon seit ungefähr 1960 alle zwei Jahre den Faschingstanz im Saal der Brauerei Krug ausrichtete, rief der damalige Vorstand Hans Eichhorn 1994 ein Männerballett ins Leben. Dieses Tanzballett besteht auch heute noch, jedoch in neuer Besetzung. Weit über den Landkreis hinaus ist der Faschingsabend der Feuerwehr Stegaurach bekannt und findet immer noch jährlich in der Aurachtalhalle statt. Das Tanzballett nimmt auch jährlich mit Motto-Wagen am Faschingsumzug in Stegaurach teil.

Rechtzeitig zum 1. Kreisfeuerwehrtag 1992 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach ein LF 16/12 mit Gerätschaften zur Technischen Hilfeleistung. Der Kreisfeuerwehrtag wurde vom 15.-17.05.1992 gefeiert. Das Festzelt stand am heutigen „Alten Festplatz“. Die Schirmherrschaft übernahm der damalige Landrat Otto Neukum. Am Freitag spielte nach dem Festbieranstich durch 1. Bürgermeister Max Wagner die Musikgruppe „Sepp und die Steigerwälder“. Am Samstagnachmittag fand der Festkommers im Saal der Brauerei Krug statt und am Abend spielten die „Melodas“ im Festzelt. Pfarrer Andreas Eckler weihte das neue Feuerwehrauto beim Festgottesdienst im Zelt ein. Nach dem Frühschoppen und der Kommandantenversammlung fand am Nachmittag der Festzug statt. Beim diesem Festumzug konnte die Feuerwehr Stegaurach rund 3.500 Teilnehmer mit 124 Gruppen (Ehrengäste, Vereine und Feuerwehren aus dem Landkreis und der Stadt Bamberg) begrüßen. Den Festausklang läuteten „Die lustigen Auracher“ ein.

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Im Laufe der Zeit hat sich das Aufgabengebiet der Feuerwehr drastisch geändert. Ging es früher fast ausschließlich um Brandbekämpfung, so liegt heute der Schwerpunkt v.a. in der  Technischer Hilfeleistung. Völlig neue Aufgabenfelder kamen hinzu, auf die sich unsere Feuerwehr auch einzustellen hatte. Diesen Herausforderungen haben sich die Gemeinde Stegaurach und die Freiwillige Feuerwehr Stegaurach gestellt, sodass wir heute über eine, in allen Bereichen, gut ausgebildete und hochqualifizierte Feuerwehr stolz sein können.

Dass der Umgang mit dem technischen Gerät beherrscht wird, zeigt die Teilnahme der Aktiven an Leistungsprüfungen, Weiterbildungen, Spezialausbildungen in  der Technischen Hilfeleistung, Chemieschutzausbildung, Atemschutzausbildung, um nur einige Schwerpunkte zu nennen und natürlich letztendlich der gekonnte Einsatz im Ernstfall. 

Im Jahr 1993 wurde die Jugendfeuerwehr Stegaurach gegründet.

Nach seiner Amtszeit als Kommandant im Jahr 1994 wurde Walter Fengler zum Ehrenkommandant ernannt.

Der frühere 1. Vorsitzende Hans Hertenberger wurde im Mai 1995 zum Ehrenvorstand ernannt.

Aus den Archivbüchern konnten wir entnehmen, dass 36 Feuerwehrmänner aktiven Dienst im Jahr 1995 geleistet haben.

Im Jahr 2000 feierte die Feuerwehr Stegaurach ihr 125-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten fanden vom 26.05.-28.05.2000 statt. Auf dem damaligen Festplatz steht nun seit einigen Jahren das Altenheim. Die Festleitung hatte der damalige 1. Vorstand Hans Eichhorn. Beim Festauftakt heizten die „Moskitos“ ordentlich ein. Nach dem Kindernachmittag am Samstag, spielte Abends der „Gaudi Express" im Festzelt. Der Sonntag startete mit einem Festgottesdienst in der Kirche. Anschließend spielte die „Mühlendorfer Blasmusik“ beim Frühschoppen im Festzelt. Zum Festumzug durfte die Feuerwehr 60 Gruppen begrüßen. Abends stimmte „Big Sound Jack“ den Festausklang an.

Im Jahr 2008 wurde die Kinderfeuerwehr „Löschpiraten“ gegründet.

Um die Leistungsstärke der Feuerwehr auch weiterhin zu gewährleisten, ist im Jahr 2012 ein neues Feuerwehrfahrzeug von der Gemeinde angeschafft worden. Das neue HLF 10 ist auf einem Fahrgestell der Firma Mercedes Benz aufgebaut. Der feuerwehrtechnische Aufbau erfolgte durch die Firma Rosenbauer aus Luckenwalde. Die Feuertaufe hat das neue Fahrzeug bereits am 01.03.2012 beim Scheunenbrand auf dem Anwesen der Gaststätte Krug in Stegaurach mit Bravour bestanden. Die Fahrzeugweihe fand 06.05.2012 nach dem Gottesdienst an der Kirche statt. Danach liefen wir mit unseren Gästen im Zug zur Feuerwehrhalle. Dort gab es während dem warmes Mittagessen musikalische Unterhaltung durch die „Mühlendorfer Blasmusik“. Leider schüttete es an diesem Sonntag durchgehend wie aus Eimern.

Aufgrund der geringen Anzahl an aktiven Kameraden der Feuerwehr Hartlanden wurde diese im Jahr 2014 als Löschgruppe Hartlanden in die Feuerwehr Stegaurach integriert.

Im Jahr 2018 konnten wir endlich das Einsatzfahrzeug „MZF“ in Empfang nehmen, welches wir bereits 2016 in Auftrag gegeben hatten. Gleich im Januar hatte es seinen ersten großen Einsatz bei einer Personensuche. Polizei, Rettungsdienst und die Hundestaffel Forchheim unterstützten uns bei der Suche bis in die frühen Morgenstunden. Die Fahrzeugweihe erfolgte am 06.05.2018 im Rahmen des „Tag der offenen Tür“ an der Feuerwehrhalle.

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Nach seiner Amtszeit als jahrelanger Kommandant wurde Reiner Behr im Mai 2018 zum Ehrenkommandant ernannt. Die Feuerwehr Stegaurach würdigte seine zahlreichen Verdienste.

Am 05.07.2019 konnte die Löschgruppe Hartlanden ihren MTW (Mannschaftstransportwagen) beim Aufbauer Schulz Electronic GmbH in Kronach abholen. Gerade als das Fahrzeug zu Stegaurach reinfuhr, ging die Sirene zum Einsatz „Heckenbrand“ in Seehöflein. Da zu diesem Zeitpunkt das TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) noch in Hartlanden als Einsatzfahrzeug gemeldet war, konnte die Löschgruppe Hartlanden einmalig in ihrer Geschichte mit zwei Fahrzeugen gleichzeitig am Einsatz teilnehmen.

Beim besorgniserregenden Flächenbrand im Lerchenweg Richtung Wildensorg am 26.07.2019 hielten auch die angrenzenden Bewohner den Atem an. Durch ständig wechselnde Windrichtungen breitete sich das Feuer rasch über eine große Fläche in Richtung der Wohnhäuser aus. Zum Glück konnte der Einsatz nach mehreren Stunden jedoch ohne größere Schäden beendet werden.

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Auch bei der Feuerwehr macht die Digitalisierung keine Ausnahme. So wurde von der Gemeindeverwaltung Stegaurach Ende 2020 die Verwaltungssoftware „MP-Feuer“ installiert. Jede Ortsfeuerwehr der Gemeinde ist für die Pflege selbst verantwortlich und muss alle Daten über Einsätze, Personal, Übungen, Geräte, Fahrzeuge usw. erfassen.

Laut der Vollzugsbekanntmachung zum Bayerischen Feuerwehrgesetz besteht die grundsätzliche Verpflichtung der Gemeinden, einen Feuerwehrbedarfsplan aufzustellen. Dieser Feuerwehrbedarfsplan wurde in Zusammenarbeit von der Gemeindeverwaltung, der Kreisbrandinspektion und allen Kommandanten aus den Gemeindeteilen Stegaurach erstellt. Im Oktober 2022 wurde der ausgearbeitete Feuerwehrbedarfsplan vom Kreisbrandrat Thomas Renner dem aktuellen Gemeinderat erörtert.

Im November des gleichen Jahres erfolgte die Umstellung auf die digitale Funkmeldeempfänger im Landkreis Bamberg. Jedes aktive Mitglied der Landkreisfeuerwehren erhielt einen Funkmeldeempfänger (Piepser). Seit diesem Zeitpunkt lösen zusätzlich, zu den örtlichen Sirenen auch die Piepser der Aktiven akustischen Alarm aus.

Einen wichtigen Schritt in die Zukunft hat der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Bamberg Mitte des Jahres 2023 getan und die Führungsunterstützungseinheit (FUE) ins Leben gerufen. Bei bestimmten Einsatzstichworten kann zusätzlich die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) nachalarmiert werden. Speziell ausgebildete aktive Feuerwehrfrauen- und männer der Feuerwehr Stegaurach können als FUE in den Gemeindegebieten Walsdorf und Burgebrach agieren.

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Im April 2024 sorgte die Großbaustelle in der Hartlandener Straße für eine ca. sechs Monate andauernde Vollsperrung. Um die Einsatzbereitschaft und 10-minütige Hilfsfrist (Eingang Notruf bis Ankunft der Feuerwehr am Einsatzort) einzuhalten, wurden die Aktiven in zwei Gruppen aufgeteilt. Der übergangsweise eingerichtet Container für eine Gruppe stand am Ortseingang (von Bamberg kommend). Die andere Gruppe fuhr weiterhin direkt die Feuerwehrhalle an.

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Aufgrund zunehmender Aufgaben und höherem Verwaltungsaufwand haben wir seit 2024 zum ersten Mal in der Führung der Feuerwehr Stegaurach mit Thomas Leicht, Bernd Böhm und Stephan Heilmann drei Kommandanten.

Zum 31.12.2024 leisteten drei Feuerwehrfrauen und 53 Feuerwehrmänner aktiven Dienst.

Zusätzlich zu allen Übungen, gefahrenen Einsätzen und eigenen Feierlichkeiten der Feuerwehr Stegaurach unterstützen und helfen wir der Gemeinde Stegaurach, der kath. Pfarrei und den gemeindlichen Vereinen. Außerdem nehmen wir an kulturellen und öffentlichen Veranstaltungen teil. Beispiele hierfür sind die Mitwirkung bei der damaligen 1200 Jahrfeier der Gemeinde Stegaurach, Teilnahme an der Müllsammelaktion „Zamma-Ramma-Damma“, Feuerwehrauto fahren für die Kinder beim Pfarrfest, Bewirtung beim gemeindlichen Neujahrsempfang, Teilnahme am Faschingsumzug, Himmelträger- und begleitung an der Fronleichnamsprozession.

Auch in Zukunft wird die Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und das ehrenamtliches Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr Stegaurach vorhanden sein. Mit dieser Einstellung können wir optimistisch in die Zukunft blicken und die kommenden Einsätze und Aufgaben gewissenhaft erfüllen und meistern.